Jim Raynor
Geschrieben von cr4zyj0ker   
Donnerstag, 7. August 2008

Jim Raynor

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Jim Raynor war als Marschall der Konföderation auf Mar Sara stationiert, als die ersten Überfälle der Zerg auf den Planeten stattfanden. Obwohl er im Kampf gegen die außerirdischen Aggressoren Tapferkeit zeigte und Vielen das Leben rettete, wurde er von konföderierten Streitkräften unter dem Vorwand festgenommen, Konföderationseigentum in Blackwater-Station beschädigt zu haben. Als er schließlich von Arcturus Mengsks Söhnen von Korhal, einer revolutionären Gruppe und Gegnern der Konföderation, befreit wurde, beschloss Raynor, an ihrer Seite zu kämpfen.

Mengsks Hunger nach Macht und seine wachsende Skrupellosigkeit bereiteten Raynor schon bald Sorgen. Letzten Endes war es Mengsks Verrat an seinem eigenen Lieutenant Sarah Kerrigan und dessen skrupellose Art und Weise, die Zerg dazu zu bringen, konföderierte Welten anzugreifen, die es Raynor deutlich machten, dass Mengsk nicht besser war als die Unterdrücker, die er zu stürzen suchte. Raynor zettelte schließlich eine Revolte an, die durch die Reihen der Söhne von Korhal schwappte, und mit deren Hilfe er Mengsks persönliches Flaggschiff Hyperion und eine kleine Flotte Schiffe eroberte. Während er versuchte, Kerrigan, die sich auf dem Zergplaneten Char befand, zu befreien, begegnete Raynor dort den Protoss und erntete den Respekt des tapferen Exekutors Tassadar. Raynors schroffe ehrliche Art ermöglichte es ihm, Tassadar und den dunklen Templer Zeratul einander näher zu bringen.

Von da ab kämpften Raynor und seine Truppen in vielen Schlachten Seite an Seite mit den Protoss und spielten eine Schlüsselrolle im darauf folgenden Kampf gegen die einfallenden Truppen des vereinigten Erd-Direktorats. Durch eine Wendung des Schicksals verbündete sich Raynor vorübergehend mit Arcturus Mengsk und der Königin der Klingen, dem Wesen, das der Overmind der Zerg aus Sarah Kerrigan geformt hatte. Obwohl diese beiden Tyrannen einen gemeinsamen Gegner bekämpften, war es nur eine Frage der Zeit, bis ihre lose Allianz in die Brüche ging. Am Ende war es Kerrigan, die sich gegen ihre ehemaligen Verbündeten wandte und das erste Mal zuschlug. Ihr Verrat kostete vielen von Jim Raynors Kameraden das Leben.

Raynor entkam dem Massaker und schwor, dass er eines Tages Rache nehmen werde. Trotzdem schienen seine Chancen angesichts der geballten Kraft des Zergschwarms und der unermesslichen psionischen Kräfte der Königin der Klingen im besten Falle gering zu sein. Schließlich kehrte Raynor erschöpft und desillusioniert in terranischen Raum zurück und führte eine Widerstandsbewegung gegen die wachsende Macht von Arcturus Mengsks Terranischer Liga an. Dieser Kampf blieb jedoch im Laufe der Jahre erfolglos. Arcturus Mengsk hat seine größten Geschütze aufgefahren - Rhetorik, die Medien und Propaganda -, um Raynors Anstrengungen in Verruf zu bringen.

Für die mächtige Terranische Liga sind Raynors Raider weiterhin der Staatsfeind Nummer Eins. Dass Raynor noch immer am Leben ist, sieht Mengsk als direkte Bedrohung seiner Machtposition. Er hütet sich jedoch davor, Raynor töten zu lassen und ihn so zu einem Märtyrer zu machen, weswegen er dafür gesorgt hat, dass Raynor und seine Anhänger ständig gejagt werden und nicht zur Ruhe kommen, um ihnen keine Gelegenheit zu bieten, an Stärke zu gewinnen.

Die jahrelangen Plänkeleien mit der Liga, die über unerschöpfliche Ressourcen verfügt, haben Raynors Streitkräfte dermaßen dezimiert, dass sie heute nur noch wie ein Schatten ihrer selbst wirken. Raynor hat streckenweise selbst Söldneraufträge annehmen müssen, nur um an das nötige Geld für Reparaturen und Wiederbewaffnung seiner Streitkräfte zu kommen. Seine Ausstattung in Schuss zu halten, bedeutet, dass in Zukunft wahrscheinlich weitere Söldneraufträge vonnöten sein werden. Freiheit hat ihren Preis.

Mittlerweile scheint Raynor den Glauben zu verlieren: Er trinkt sehr viel und gibt sich selbst die Schuld dafür, dass Kerrigan von den Zerg gefangen genommen wurde. Sein Hass auf Arcturus Mengsk gleicht mittlerweile einem Geschwür, das ihn von innen zerfrisst. Raynors erster Offizier Matt Horner glaubt noch immer an ihn und seine Revolution, obwohl sich manche von Raynors Zweifeln unter seiner Crew ausbreiten. Horner hat in den letzten Jahren viel dazu beigetragen, die Dinge über Wasser zu halten. Bis heute glaubt er fest daran, dass sich Raynors angeborene Tapferkeit wieder zeigen und er die Rebellen zum Sieg führen wird.

Raynor ist ein guter Anführer und ausgezeichneter Taktiker, obwohl ihm die formale Ausbildung und Grundlagen fehlen. Seine Fähigkeiten beruhen auf Erfahrung, weswegen er keine festen Vorstellungen darüber hat, was theoretisch als der richtige oder falsche Weg gilt. Raynor wird Pläne selten bis ins Detail ausarbeiten. Er verfügt jedoch über ein außergewöhnliches Improvisationstalent und besitzt die Fähigkeit, den Ausgang einer Situation für sich zu entscheiden, indem er das ausnutzt, was ihm zur Verfügung steht.

Raynor ist auch ein Mann mit Vergangenheit. Er ist bekannt für seine Freundschaft mit dem berüchtigten Sträfling Tychus Findlay. Die beiden haben vor fast zwanzig Jahren während der Gildenkriege zwischen der Konföderation und dem Kel-Morian-Kombinat zusammen im 321. Colonial Rangers Battalion "Heaven's Devils" gedient. Sie trafen sich zum ersten Mal im Gefängnis in Camp McIntyre, wo jeder 30 Tage wegen Befehlsverweigerung absitzen musste.

Beide Männer galten fast neun Monate lang als vermisst, nachdem sie gegen Ende der Kämpfe auf Mar Sara auf eine Aufklärungsmission in kel-morianisches Territorium geschickt wurden. Findlay wurde später im Zuge eines Gefangenenaustauschs von den Kel-Morianern an die Konföderation ausgeliefert, nachdem die Feindseligkeiten eingestellt wurden. Er wurde umgehend wegen Fahnenflucht ins Gefängnis gesteckt. Wie es Raynor gelang, Findlays Schicksal zu entkommen und einen Job als Marschall zu landen, ist nicht bekannt.